Einwanderung in das Banat
Das Banat - eine historische Region
Woher kamen die Siedler?
Die Auswanderer stammen überwiegend aus der Pfalz, Baden, Württemberg, Bayern, Hessen, Elsass und Lothringen. Obwohl nur ein
kleiner Teil tatsächlich aus Schwaben stammte, bürgerte sich der Sammelbegriff „Donauschwaben“ ein. Die Auswanderungswellen
erfolgten in den drei großen Schwabenzügen:
1722-1726 unter Kaiser Karl VI…………………. mit ca. 15.000 bis 20.000 Menschen
1763-1773 unter Kaiserin Maria Theresia …. mit ca. 42.000 bis 50.000 Menschen
1782-1787 unter Kaiser Joseph II ……………. mit ca. 30.000 bis 45.000 Menschen
Nach dem letzten Schwabenzug im Jahr 1787 lebten ca. 75.000 Deutsche (Donauschwaben) in ca. 105 deutschen Ortschaften.
Obwohl über alle drei Schwabenzüge weitaus mehr Menschen ins Banat eingereist sind, blieben nur diese 75.000 Personen übrig. Die
extrem hohe Sterberate durch Sumpffieber, Ruhr und Typhus in den ersten Jahrzehnten kostete Zehntausenden das Leben.
Warum wollten die Siedler ins Banat?
Nach den Türkenkriegen war das Banat entvölkert und verwüstet. Das Habsburger Kaiserhaus warb die Menschen mit verlockenden
Versprechen: freies Land, mehrjährige Steuerfreiheit oder Baumaterial für Häuser. Für viele Bauern, die in ihren Herkunftsländern
über Armut, Missernten und an Folgen von Kriegen litten, war das der Traum von einer besseren Zukunft.
Mit der Ulmer Schachtel von Ulm über Wien und Budapest ins Banat
In Ulm bestiegen die Familien die so genannten „Ulmer Schachteln“. Das waren einfache, hölzerne Einwegboote, die für die
Flussfahrt stromabwärts gebaut waren. Im Banat angekommen, wurden diese Boote als Bau- und Brennholz verkauft, da eine
Rückfahrt stromaufwärts mit diesen leichten Booten nicht möglich war.
Über die Donau, in den Ulmer Schachteln, ging die abenteuerliche und oft gefährliche Reise vorbei an Wien und Budapest.
In Wien lag die zentrale Anlaufstelle der kaiserlichen Hofkammer. Hier mussten sich alle Siedler registrieren lassen.
Die konkrete Zuweisung, in welchem Dorf eine Familie leben sollte, erfolgte erst kurz vor dem Ziel, und zwar im Ansiedlungsamt in
Temeswar im Banat.
Das harte Leben der Siedler in den ersten Jahren
Die Ankunft im Banat war ernüchternd. Das Land war sumpfig, das Klima extrem und Seuchen rafften Tausende dahin. Die ersten
Siedler mussten Sümpfe trockenlegen, Dörfer und Infrastruktur neu aufbauen und der Natur Ackerland abringen. Dieser jahrelange,
entbehrungsreiche Kampf prägte den bekannten Spruch
Den ersten der Tod, den zweiten die Not, den dritten das Brot“
Bedeutung:
Die erste Generation zahlte das Wagnis oft mit dem Leben, die zweite kämpfte gegen den Hunger, und erste die dritte Generation
konnte die Früchte der harten Arbeit ernten.
Die Kulturen der Herkunftsländer vermischten sich
Im Laufe der letzten 250 Jahre entstand ein neuer Völkerstamm. Es sind jetzt die „Banater Schwaben“ oder „Donauschwaben“.
Diese Donauschwaben hatten ja alle eine verschiedene Herkunft und ihre Dialekte, ihr Brauchtum und ihre Küche vermischten sich.
Das Banat gehört bis 1920 zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Ab 1920 wurde das Banat aufgeteilt unter Rumänien, Ungarn
und Serbien. Ab ca. 1910 wanderten viele meiner Vorfahren wieder aus dem Banat aus - sie sind heute in der „ganzen Welt“
verstreut. Genau wie ihre Vorfahren hatten sie dieselben Gründe für ihre Auswanderung - die Hoffnung, auf eine bessere Zukunft…..
auf der Donau mit der „Ulmer Schachtel“